Die ungeliebten Kinder der Wirklichkeit
Wer kennt sie nicht, jene verlorenen Kinder, in den unbeschienenen, kargen Tälern, deren Flüsse versiegt sind, deren Blüten nicht blühen in unserem Lebensgarten, obwohl die Knospen so vielversprechend schienen. Wer kennt sie nicht jene armseligen Kreaturen, jene ungelebten Möglichkeiten, die wir wie Totgeburten in uns tragen, die wir nie bestattet haben, weil wir nicht akzeptieren können, dass sie nicht geboren sind, als Ereignisse nicht stattgefunden haben.
Sei es eine Liebesbeziehung, die uns bei der ersten Begegnung ewiges Glück versprach, sei es ein Talent, das nie erblühte, seien es die ungelebten glücklichen Tage mit einem Menschen, der gestorben ist, sei es eine Versöhnung, die nie zustande kam, eine unterlassene Hilfeleistung etc, etc..
Die ungelebten Kinder der Wirklichkeiten haben viele Gesichter, und wie Wegelagerer begleiten sie uns, ängstigen sie uns, machen uns traurig, ohnmächtig, wütend. Manchmal scheinen sie uns ein Abbild unseres Versagens zu sein, ein Beweis unserer Unwürdigkeit geliebt zu werden.
Zuweilen klammern wir uns aber auch an einem dieser ungelebten Kinder der Wirklichkeiten fest, als ginge es um unser Überleben, als wäre der Glaube oder die Hoffnung, dass es doch noch zu Leben erwache, unsere einzige Sonne, unsere einzige Nahrung, unser einziger Lebensinhalt....Manchmal werden diese ungelebten Kinder sogar über den Tod hinaus mitgenommen, manchmal rufen sie uns förmlich in eine andere Inkarnation.
Alles, was wir nicht heimgeholt haben, in die Ganzheit unseres Seins, in unser Herz aufgenommen haben, alles woran wir haften, sei es durch einen Wunsch, einen Groll, eine Rache, einen Widerstand, bleibt in unserer Nähe, umkreist uns, umso mehr wenn wir der ungelebten Möglichkeit keinen Raum in uns bereiten, sich zu erlösen, sei es sich zu verlebendigen, als auch sich zu befrieden.
Oftmals bei genauerer Betrachtung stellt es sich als Segen heraus, dass ein Wunsch nicht erfüllt wurde, manchmal hätte seine Erfüllung in eine Sackgasse geführt, die unserer Entwicklung nicht förderlich gewesen wäre. Manchmal waren wir selbst nicht bereit, manchmal fühlten wir selbst uns nicht würdig, das Paradies zu betreten, das wir ahnten.
Und so stellen sich zuweilen diese ungelebten Kinder der Wirklichkeiten auch als Schuld dar, als das, was wir und/oder das Leben uns selbst schuldig geblieben sind, als diese illusionäre Getrenntheit zwischen dem erfahrenen Ich und dem geahnten Selbst, in dem sich alles, und ich sage alles schon erfüllt hat, bzw. erfüllt ist.
Wir, in unseren traumatisierten, an Mangel gewöhnten Ich-Erfahrungen nehmen diese "Schuld" als Ungeduld, als Reue, als Zweifel, als Angst, als Schmerz, als Unvertrauen wahr und all dies lässt die ungelebten Kinder in jenen kargen Tälern sich unseren Blicken entziehen, zuweilen auch sich als Elementale in unserem Unterbewusstsein verankern und uns heimsuchen.
Sie werden zu Fata Morganas oder zu Gespenstern, die nicht von unserer lebendigen Quelle genährt werden und in Konservendosen des Denkens und Fühlens eingesperrt sind, und dennoch ihre Wirkung in uns zeitigen.
In einem erweiterten Gewahrsein ändert sich der Blick, ändert sich die Szenerie. In Liebe und Demut erkennst du die Stimmigkeit und die Weisheit allen Geschehens und du stellst in Dankbarkeit fest, was dir aus diesen ungelebten Kindern erwachsen ist. Denn jeder Tod ist auch eine Geburt...und du beginnst zu begreifen, dass diese ungeborenen oder gestorbenen Kinder die Mütter weiterer Kinder waren, von Qualitäten auch, die dir aus ihnen erwuchsen.
Und vielleicht kannst du diesen Kindern von Herzen Danke sagen, sie rufen und vielleicht auch zeigen sie sich dir freiwillig. Denn auch sie wollen nach Hause zu dir, heim in den lebendigen Strom...Nimm sie in dein Herz und du wirst merken, dass all diese angekommenen, angenommenen Kinder, dir neue Energien schenken, dich weiter machen, dich stärken...
Nimm ihre(deine) Angst an, ihren Schmerz, ihre Ungeduld, ihre Scham, ihr Versagen, nimm sie alle in dein Herz und schenke ihnen und so dir selbst die Heilung der Liebe im Jetzt.
Und auch, wenn es zuweilen schwierig scheint, eine Situation so anzunehmen, wie sie ist, oder sie gar als perfekt wahr zu nehmen, bzw. in Frieden mit ihr zu sein, gib der Möglichkeit den Raum, dass aus dieser Wunde eines Tages das Wunder erwächst, das sich dir eines Tages als Same zeigt, der auf den bereiteten Felder deiner Erlebnisrealität erblüht...
Manche Dinge unterliegen nicht deinem emotionalen oder gedanklichen Wollen, und manchmal hättest du nichts, und ich sage NICHTS tun können, um eine Situation zu verändern, bzw den von dir im Moment gewünschten Ausgang zu zeitigen. Das einzige, was du immer tun kannst, ist deine Reaktion auf ein Ereignis zu wählen, so du bewusst bist.
Bewusstsein ist weit mehr als intellektuelle Analyse. Intelligenz, die Fähigkeit "dazwischen zu lesen" ist keine Funktion des Verstandes, auch wenn uns viele das glauben machen wollen. Intelligenz erwächst aus der Verbundenheit mit dem Ganzen, aus der Intuition, aus der vereinigten Wahrnehmung beider Gehirnhälften in Verbindung mit dem Herzen. Intelligenz schöpft sowohl Vergangenheit, als auch Zukunft-Jetzt.
In Irgendzeit
bricht sich ein Morgen erneut
den Weg durch die Schleier der Träume
In Irgendzeit
ruft dein mutiges Herz
zu gehn dich in werdende Räume,
die erst durch dein Gehen
in Liebe entstehen.
In Irgendzeit
ist die Vergangenheit nicht
von deiner Zukunft getrennt,
In Irgendzeit
bricht sie beide das Licht,
vereint zu gebären den Moment.
Aus ihm zu erleben.
weiter zu streben
und gleichzeitig in dir zu ruhn.
Das ist das Tun
und das Nichtstun zugleich
in Irgendzeits
fliessendem Reich.
In Irgendnacht ist die Mondin erblüht
und taucht uns in lichtenen Glanz.
In Irgendnacht,das Herz uns erglüht
und ergibt sich in himmlischen Tanz
in Träumen der ewigen Liebe.
Wir fliegen und lachen
weit übers Meer
im Tanze entfachen
wir mehr und mehr
das Feuer, das in uns brennt.
Keine Zeit, kein Raum
uns zu trennen,
Ewige Lichter brennen,
in selig, glückseligem Tanz.
In Irgendnacht
halten die Engel
die Wacht
und schützen unsere Träume.
In Irgendzeit
trifft die irdische Nacht
auf Sternwand'rers
magische Räume
In Irgendraum
spinnen die Nornen die Zeit
und nähen den Traum
unsres Lebens.
In Irgendnacht
sind die Seelen bereit
zu träumen und sich zu ergeben.
Der einen Macht,
die Irgendnacht
mehr als die Mondin beseelt,
dem einen Stern, der stets in uns
und keiner im Himmel gezählt.
Der Liebe, denn nur die Liebe allein
erhellt Irgendnachts ewiges Sein.
In Irgendzeit
können Dinge geschehen
die wir mit den Augen
noch lange nicht sehen
so schaffet die Träume
in Irgendzeits Raum
wie Früchte sie fallen
vom Echtlebensbaum
An Irgendtag
bahnt sich die Seele den Lauf,
durchbrechend die Scheinwelt des Lebens
sie reisst in dir den Himmel auf,
du wirst zum Gefäss eines Gebens
das nicht mehr in Entfernung misst
und Geben und Nehmen gleichzeitig ist.
Ein neuer Stift dein Leben schreibt
und nichts mehr nun beim Alten bleibt,
es fühlt sich an wie reines Sterben
und gleichermassen neu zu werden
Nichts hält am Alten furchtsam fest
der alte Geist dich nun verlässt,
Alle Schmerzen sind vergangen
Neues hat nun angefangen,
das sich nicht an Vergangnem bricht,
sich orientiert nur an dem Licht
das tief in deiner Seele brennt
und wahres Sein beim Namen nennt
Liebe ist's und wird's sogleich,
die führt dich ins Geheime Reich,
in dem wir stets mit uns verbunden,
die wahre Heimat nun gefunden,
wo Sehnsucht nur Erinn'rung ist,
weil wahrer Liebe Duft dich küsst.
Als Irgendtag wieder Irgendtag war
schien dir die Sonne im Herzen so klar
Es war, als wollt der Himmel
im Himmel nicht mehr sein
Er stieg herab zur Erde
und in dein Herz hinein
Dort lebt er nun und strömet
Glückseligkeit hinaus,
erfüllt die Welt mit Lachen
das Unglück treibt er aus
Die Angst ist nun entschwunden,
zurück bleibt Glück allein,
sie hat die Lieb´gefunden
ergab sich ihrem Sein
So höre denn und fühle
was Himmel in dir singt
von leuchtend lichten Auen
wo´s ew´ge Leben klingt.
Dies Leben ist mit dir verwoben
in jeder Zelle eingeschmiegt,
es hat dich stets in Lieb erhoben
in seinen Armen stets gewiegt.
So lass dich dieses Leben grüssen
in jeder Zelle in dir küssen
denn mag die Zeit auch schnell vergehen
im ew´gen Raum bleibt Zeit stets stehen
und plötzlich wird die Zeit zum Raum
und du erwachst aus jenem Traum
der schenkte dir die Endlichkeit,
denn nun bist du vom Trug befreit,
der zeigte dir begrenztes Glück..
Reihen wird sich Stück um Stück
bis du jenseits von Zeit und Raum
dich findest im bewussten Traum,
der Leben zeigt in Ewigkeit
Erhebe dich- es ist soweit
Wenn Eisvögel mit den Möwen fliegen,
und vergessen ist der Wahn von Kriegen
wenn Vergessen selbst vergessen ist
verstrichen die gegebne Frist,
in der uns Zeit und Raum gewährt
dort, wo der Tod das Leben ehrt
gibt es ein Land aus reinem Licht,
das sich in Tausend Arten bricht,
dem ew´gen Jetzt ist es entsprungen,
wie unsere Herzen heimlich sungen,
dass nichts von niemandem getrennt,
wenn man das wahre Sein erkennt.
Dort gibt es das Vergessen nicht,
denn ewig jetzt ist der Liebe Licht.
So wandern wir durch viele Räume
bevölkern ach-so viele Träume,
doch gibt es einen bleibend Traum,
den einen unvergänglich Raum
in diesem wir uns stets begegnen,
mag es auch Tod wie Rosen regnen
denn Leben gibts in Ewigkeit,
für den, der liebt, jenseits von Zeit..
Nicht mit Augen kannst du sehen, was Raum und Zeit so gut versteckt mit dem Herzen wirst du gehen, durch das Tor des ew´gen Jetzt. Dort erkennst du aller Zeiten, Spiegelbild im irdschen Kleid, doch sobald der Spiegel schwindet, eröffnet sich dir Einigkeit. Doch der Spiegel ist die Brücke, mit der Brücke werde eins. Der, der sieht und das Geseh´ne ist dasselbe oder keins, das getrennt ist von dem Spiegel, denn in Wahrheit sind sie eins.
Hier nun das Gebet..Möge es euch zum Wohle gereichen:
„Ich bin Gottes geliebtes Kind
Bin geführt und beschützt
Ich bin vollkommen aligned
mit der Liebe und der höchsten Weisheit, der ich diene
(ich persönlich verwende das englische Wort aligned, da es automatisch eine Aufrichtung meiner Wirbelsäule bewirkt)
Ich lasse mich nicht ablenken und tue das, was zum höchsten Wohle aller ist.
Ich stehe unter dem vollkommenen Schutz des Allmächtigen,
der Schöpferkraft, die mich hervorgebracht hat,
und diene in allem dem EINEN
in Wahrheit, Liebe und Mitgefühl.
Ich stehe (für das, woran ich glaube)
Ich verzage nicht
Ich stehe im Strom deiner Liebe
Das Leben gibt mir das, was mir zusteht.
Ich stehe gerade und aufrecht
Ich verbiege mich nicht“