Lile an Eden ← Zurück

Gedichte

Gegenwärtig Sein

 Gegenwärtig Sein - Friedvoll Sein


Einfach sein, im Moment sein, präsent sein.

Nicht mehr flüchten, kein Empfinden zurückweisen, alles sein lassen im Wissen um die Wandelbarkeit des Jetzt. Jede Flucht vor etwas, jede Überhöhung, jedes Verleugnen bringt jene Selbstentfremdung hervor, die aus gefühlter Nähe Unnahbarkeit macht.

Liebendes Gewahrsein für alles, das dir aus deiner Wahrnehmung und aus deinem Sein erwird, ist jener Zustand des inneren Friedens, der die Möglichkeit, alles zu sein, in sich trägt. Es ist das Zulassen, das Seinlassen, das, frei von Haltung oder forcierter Einstellung, ein ursprüngliches Gefühl von Lebendigkeit birgt.

Ein JA zum Leben, wie zum Erlebten, ist ein bedingungsloses Ja zu sich selbst, das sich in der Frische ständiger Wandlung immer aufs neue gebiert..

Gefühle anzunehmen wie das Wetter....Ein "Es ist, was es ist" im Herzen zu tragen..

Einsamkeit, Trauer, Hoffen, Sehnen, Bangen, Wut, Freude, Lachen, Reden, Schweigen...Alles ist, was es ist...Sich in all dem sein zu lassen, bringt jene Ich-Nähe hervor, jenes Ich-Empfinden, das nichts ausschließt, das keine Grenzen kennt, keine Grenzpatrouillen aufstellen muss, um sich zu schützen.

Wie oft identifizieren wir uns mit einem der Wächter unserer Moral, unserer Überzeugungen, unseres Selbstbildes,und meinen, er sei unser Ich.

Das Ich ist grenzenlos...zeitig und zeitlos...als Kontinuität erfahrbar im liebenden Gewahrsein der sich stetig weitenden und engenden Wahrnehmung. Die Welt, die uns zu umgeben scheint, ist in uns, ebenso wie das Leben. So sind wir gleichermaßen TEIL und HORT des Lebens und der Welt. Es ist die Synchronizität zweier Bewusstseinszustände, die erst durch dieses gemeinsame DASEIN ein Ich bilden, das grenzenlos ist und einzigartig zugleich, von nichts und niemanden getrennt, weil es keinen platzeinnehmenden Raum einnimmt, wie wir uns das zuweilen vor-stellen.


Über Worte, die auszogen das Fürchten zu lernen, und den Jäger, der sie erschoss

oder eine Ode an den Jäger und die Rehe in uns :-)

Worte wie Rehe

betreten die Lichtung

scheu, weil schon so

viele von ihnen erschossen wurden

vom Jäger, der am Hochstand sitzt

mit geladenem Gewehr

die Worte erwartend

um sie zu erlegen

zu entblössen den

der sie spricht

und doch

allein die Tatsache

dass sie sich noch

auf die Lichtung trauen,

die Worte,

beweist Vertrauen,

und Bereitschaft

erschiessen zu lassen

was erschossen werden will

zu erkennen das,

was erkannt werden will

und gleichzeitiges Wissen

dass der selbst verwundete Jäger

ein Heger des Wahren ist

in Irgendzeit

das Gewehr auf die Seite legt

und Worte Worte sein lässt

und die Lichtung verschwindet

ebenso wie der Hochstand

und Worte wieder miteinander tanzen können

ohne einander wundenbedingte Bedeutung

zuzumessen, die sie manchmal nicht haben

und ohne sie zu sprechen

an der Oberfläche eines Seins

das mit verstehender Tiefe

und Demut in allem

nichts zu tun hat

und dann vielleicht

können Worte einander betrachten

ihr Verhalten studieren

um sich miteinander vertraut zu machen

und denen, die sie sprechen

um so vielleicht zu erkennen

dass der Heger zum Jäger wurde

weil Rehe ihm zu nahe kamen

und ihn in seiner Konzentration störten

sein Feld abgrasten

und immer mehr wünschten

ohne ihn in seiner Liebe

und in seinem Schmerz

gebührend zu heiligen,

ohne wahrzunehmen,

dass schon die Bereitstellung des Feldes

den Heger Überwindung kostet

ihm Vertrauen abverlangt

ein Eintreten in ein Heiligtum bedeutet

das ihm lebensnotwendig ist

und so die Worte, die Gesetze des Feldes missachtend

den Heger zum enttäuschten Jäger machten,

der ebenso erkennen wird,

dann wenn Vergebung einzieht

für Jäger und Gejagtes,

dass Verstehen ein Prozess ist,

dass einen anderen wahrhaft wahrzunehmen

völlige Selbstlosigkeit verlangt

und dass auch Rehe

sich bei der Treibjagd

anders verhalten

als auf friedvollen

lieblichen Auen

und selbst verwundete Jäger

obwohl sie Heger sind

manchmal auch Worte erschiessen

die zu heilen die Wunde

gesprochen wurden.


Für Zeiten des Nichtwissens

Bleib bei dir

Kind der Liebe,

bleib bei dir.

Sei der Anker, sei der Hafen

für das Schiff in stürmisch Zeit

bewahre Ruhe, halte Frieden

sei im Innern stets bereit

jedem Wesen zu vertrauen,

seinem Weg durch Zeit und Raum.

Auch wenn Zweifel Ängste bauen

sei dir gewiss, Angst ist ein Traum.

In des neuen Tages Lichte

nichts zum Scheitern ist gemacht,

was erhebt sich aus der Dichte,

denn in der Freiheit ist die Macht,

in grosser Klarheit dazustehen,

auch wenn wir oft den Weg nicht sehen.

Auch ein "Ich weiss nicht"

kann in Wahrheit

Ausdruck höchster Klarheit sein!

Denn ist es einmal eingestanden,

ist der Druck nicht mehr vorhanden,

dass alle Frag' nach Antwort schreit.

Manchmal ist die Frag' verkehrt.

Dieser Blick ist dir verwehrt

solange du nach "Wissen" trachtest.

Du besser auf Gefühle achtest,

die dir in aller Einfachheit

zeigen, was dein Herz begehrt.



Alte Lasten fallen leise

blätterleicht

vom Lebensbaum

Die Zeilen verblassen

im Buch der Erwartung

Leere Seiten

schaffen den Raum

Kelches gleich

zu empfangen

den herzvoll gehegten

innersten Traum.

Freude sprudelt

aus eigenem Brunnen

Glasklares Wasser

des ewigen Hains

Neue Ufer rufen

den Wandr'er

Neue Wege erblühen

im Sein.


Lang waren die Nächte des Feuers

das wir, es umkreisend, besangen

und unsere Lieder drangen

ins Herz der grossen Mutter hinein

Ihr Gesang waren Blumen, Gräser und Bäume

Berge und Seen, erblühende Räume

und unsere Stimmen erklangen

in einem verbundenen Sein

Selbst wenn wir träumten

auf silbernen Pfaden

und wir uns trafen

an Sternengestaden

schlug unser Herz noch

den Rythmus der Erde.

Es kamen die Tage des Regens

und enger wurden die Kreise

wir betanzten das Feuer

auf eine Weise

dass es sich in uns selbst ergoss

auch wenn es sichtbar

gänzlich erlosch.

Wir sind mit dem Feuer gegangen

die alten Lieder verklangen

Es kam die Macht der Dunkelheit

Gefaltet in ihren Schatten

ertrennte sich die zerstückelte Zeit

Was Euch heute und morgen

gestern und jetzt

ist uns ein einziger Fluss

an dessen Ufer wir wandern

dessen Wasser wir trinken

in dem wir in Demut

und Liebe versinken

Wir sehen den Fluss in den Sternen

und fühlen die Quelle des Seins

der wir entspringen und die wir besingen

ewiglicht mit dem Leben eins

Das Feuer wird wieder entzunden

in der Mitte der dunkelsten Nacht

für die, die die Quelle gefunden

für die, die das Wunder vollbracht

Mit dem Herzen zu sehen

was die Nacht verhüllt

den Schleier zu lüften

der den Zweck hat erfüllt

Ein neuer Morgen dämmert

im Antlitz der Mutter sogleich

und sichtbar für alle wird wieder

ihr ewig-himmlisches Reich.

.



Mit der Leichtigkeit der Feder

Und dem Wind, der sanft sie küsst

Sind getragen wir und leben

Herzverwurzelt, traumgegrüsst

In den Weiten uns'res Seins

Wind des Sehnens trägt uns weiter

Einer nahen Heimat zu

Kommt im Berührtsein erst zur Ruhe

Wenn sich das Ich begreift im Du…



I

„Was nun sich gebiert

ist die Wirklichkeit,

frei von Trennung, Hass oder Leid.

Die Kräfte des Chaos sind Diener nur

um zu weisen den Weg, im Ziehen der Spur,

die sichtbar ins Verderben führt.

So ist die Zeit des Sprungs gekommen,

Es weichen die Nebel vor keimender Saat

Noch sind viele sehr beklommen

doch jetzt erfolgt die Heldentat:

Der Mensch streift seine Masken ab,

und entsteigt dem ihm bereitet' Grab

Er wird sich seiner selbst gewahr

und wie ein ewig Liebespaar

gehen Körper und Seele nun Hand in Hand.

Verschwunden ist der Kriegsverband

ersetzt von strahlend, hellem Licht,

das Angst und Trauer ewig bricht."


Wie gefällt dir dieser Beitrag?

🕮 Kommentar hinterlassen