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Gedichte

GEZEITENWISPERN

Die Rückkehr des Lichts



Flügel

unter schwarzem Mantel verborgen

eng gefaltet zwischen Sorgen

Schmerz wie Motten angezogen,

Sich selbst um das Glück betrogen

Leid getragen wie ein zu enges Kleid.

"Leid"

Selbst geopfert am Altar der Bilder

im erstilltem Leuchten den Spiegel gesucht.

Sehnsuchtsverloren Angst geträumt,

den bleibenden Raum in der Zeit versäumt

Die Angst zu überwinden versucht

Das erfahrene Leid als Täter verflucht

"Sucht"

Trennung entlarvt, Wahrheit ent-deckt

und weiter unter dem Mantel versteckt

aus Angst sie könnte erfrieren

in einer zu herzkalten Welt

"Angst"

Der Mantel so schwer

Flügel verstaucht

Einstige Himmel schwinden

Fester die Fesseln dich binden

Tiefer noch

senkt sich der Blick auf Erden

"Werden"

Ausgebrannt und erfroren

die Verbindung zum Herz verloren

in der Dunkelheit

fast erdrückt

vom Geist zerstückt

Pochen gehört das einsame Herz

es abgelöst von Leid und Schmerz

Herz atmet neue Luft

auferstanden aus der Gruft

not-scheinwendender Tendenzen

anerzogen und betrogen

von verstandgedachten Grenzen

Auferstanden aus dem Schmerz

" Das Herz"

Heimat gegeben verbannten Gefühlen

Sie angenommen, zu gebären bereit,

von unter dem Teppich, wie Kinder befreit.

Hervorgeholt, mit Verstehen getränkt

sichtbar gemacht, geliebt und verschenkt

Ich verschwommen

Ins Nichts zerronnen

Plötzlich gelandet

geschickt gestrandet

am Ufer der fliessenden Wirklichkeit

Verloren die Zeit

zu leben bereit

Im Jetzt ohne Grenzen

Immer noch da

Wieder da

erstmals da.

"Da"

Mantel ist weg

abgestreift

abgefallen

wie welkes Laub

"Gezeitenstaub"

Gefallene Engel fallen

manchmal aus eigenem Willen

Mensch zu werden

einst zu sterben

und aufzuerstehen

in Ewigkeit

In der Zeit ohne Zeit

Leicht wie die Feder

fühlt sich die Welt

Fruchtbar zeigt sich

das erweiterte Feld

Kein gedachtes Gefühl

stört den Fluss

Sanft und tief

ist des Lebens Kuss.

Zukunft ist hier

als Saat im Jetzt

Von Ängsten und Sorgen unverletzt

Gegenwärtig erwartungsleer

Zeit ist keine Gerade mehr

Der Sinn von Suchsucht unberingt

fraglos nun dein Sein durchdringt

Unter Trümmern alten Krieges

falsch verstandener Moral

findet Liebe sich zum Leben

dich dem Leben hinzugeben

Aufzuhören mit dem Wägen

aller Wege macht dich froh

Einfach so.

Einfach so.

Einfach so.


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